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Für mehr Natur in Esslingen
Für mehr Natur in Esslingen

Initiative Dulkweg

Die Initiative Dulkweg besteht aus einer Interessengemeinschaft von Anwohnern im Dulkweg, Holzwiesenweg, Weilerweg und Wiflingshauserstraße.

Korrespondenzadresse: Dulkweg@web.de

Am 04.02.2013 wurde der Vorentwurf zum neuen Flächennutzungsplan (FNP) 2030 mit Landschafts- und Umweltplan öffentlich ausgelegt. Dieser Plan führt im Stadtteil Wiflingshausen westlich des Dulkwegs auf Streuobstwiesen ein Neubaugebiet mit 13 Wohneinheiten auf einer Fläche von 0,5 ha auf. Die Initiative Dulkweg sieht in der Umwandlung der bislang im Flächennutzungsplan vorgesehenen Flächen für Landwirtschaft in Bauland ein sehr hohes Konfliktpotenzial aus einer Vielzahl an Gründen:

Verkehrssituation

Aufgrund der komplett fehlenden Infrastruktur in Wiflingshausen (keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Schule, keine ärztliche Versorgung, etc.) sowie einer äußerst selten frequentierten Busanbindung ist in dieser Wohnlage ein privater PKW unabdingbar. Bei einer Planung von 13 neuen Wohneinheiten ist mit einer deutlichen Erhöhung des Verkehrsaufkommens von bis zu ca. 26 Fahrzeugen zu rechnen. Dieses Mehraufkommen stellt für die vorhandenen Wege und Straßen ein nicht lösbares Problem dar und eine große Belastung für die Anwohner.

Neben eines noch nicht geklärten Zugangs über die sehr engen Nebenwege des Dulkwegs ist die Zu- und Abfahrt zu diesem Gebiet nur über den Dulk-/Holzwiesenweg möglich. Der Dulkweg ist einer der Wege mit dem stärksten Gefälle in Esslingen und nur einspurig befahrbar. Ein Ausweichen bei Gegenverkehr ist nur unter erschwerten Bedingungen auf privaten Grundstückseinfahrten durchführbar. Als Alternative ist ein Ausweichen durch Rückwärtsfahren bergauf bzw. bergab nur bei einem geringen Verkehrsaufkommen möglich. Im Winter ist der steile Weg bei Schneematsch und Glätte auch im geräumten Zustand nur eingeschränkt befahrbar. Auch der Holzwiesenweg ist aufgrund der parkenden Fahrzeuge und der bestehenden Häuser im Wesentlichen nur einspurig befahrbar. Beide Wege sind wegen der baulichen Gegebenheiten hinsichtlich der Breite nicht ausbaufähig. Da auch die Wiflingshauserstraße diesbezügliche Schwächen aufweist, ist eine solche Mehrbelastung für die Zufahrtstraßen und die Anwohner auch dort nicht zumutbar.

Wertvoller Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen

Die Streuobstwiesen, die in ein Neubaugebiet umgewandelt werden sollen, gehen im Westen direkt in ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet und geschütztes Biotop über und bieten einer Vielzahl von seltenen und z.T. bestandsbedrohten Tieren und Pflanzen einen Zufluchtsort und tragen somit zum Artenschutz bei. So können in den Bäumen und Wiesen die verschiedensten Vögel (z.B. Singvögel, Nachtvögel (Eulen), verschiedene Spechtarten (u.a. Wendehals), Greifvögel) und deren Nistplätze sowie Schmetterlinge und Insekten beobachtet werden. Weiterhin bieten die Wiesen Lebensraum für eine große Artenvielfalt an Tieren wie z.B. Kröten, Frösche, Zauneidechsen, Salamander, Blindschleichen, Weinbergschnecken, Fledermäuse, Glühwürmchen. Für die Anwohner und eine Vielzahl an Spaziergängern bieten die Wiesen einen besonders wertvollen und schützenswerten Erholungsraum und tragen durch die frische und saubere Luft (Kaltluftentstehungsfläche) und die Quellengebiete zum Klimaausgleich und zu jeder Jahreszeit zur Erhöhung von Lebensqualität bei. Die Streuobstwiesen führen zu einer ökologischen Aufwertung des Stadtteils Wiflingshausen und stellen durch einen wertvollen Lebens- und Erholungsraum auch für nachfolgende Generationen ein Kulturgut dar, welches es nachhaltig zu erhalten gilt.

Da die Anzahl der Streuobstbäume in Baden-Württemberg in den letzten Jahrzehnten um 50% abgenommen hat, unterstützt auch eine Initiative des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz den Schutz der Streuobstwiesen und deren Fortbestand, da die Sicherung unseres Naturhaushaltes einen hohen Stellenwert hat und eine wichtige Investition in die Zukunft ist.

Im bisherigen Flächennutzungsplan wurde diesem Umstand Rechnung getragen, auch ist ein Teil des Gebietes als Kaltluftentstehungsfläche ausgewiesen. Die betroffenen Wiesen speisen mit gefassten Quellen den Belzbach und die ehemalige Trinkwasserversorgung von Wiflingshausen. Der Bachlauf bietet mit seinen temporären Kleingewässern und ausgewiesenem Ufergrün ebenfalls Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Bauliche Schwierigkeiten

Die Wiesen, die in Bauland umgewandelt werden sollen, sind durch ein typisches Baumwachstum (krumm und schief) gekennzeichnet. Dies deutet auf einen Knollenmergel-Boden hin. Dieser instabile Grund ist in Wiflingshausen weit verbreitet. Mehrere aktuelle geologische Gutachten aus der direkten Nachbarschaft führen hier eine Knollenmergelschicht bis 16m Tiefe in Verbindung mit drückendem Hangwasser auf. Hier ist bei einer Bautätigkeit mit extremen Gründungs- und Verbaumaßnahmen und dementsprechend hohen Baukosten zu rechnen. Die Hanglage und schwierige Bodensituation bieten daher keine Voraussetzung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Demografische Entwicklung

Der Stadtteil Wiflingshausen ist von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt, in denen derzeit überdurchschnittlich viele ältere Menschen leben. In absehbarer Zeit stehen diese Häuser zur Vermietung oder zum Verkauf an. Darüber hinaus gibt es noch Potenzial im Bestand durch zahlreiche Baulücken mit vorhandener Erschließung, die primär zur Bebauung genutzt werden können. Es wird sich daher immer wieder die Möglichkeit ergeben, in Wiflingshausen neuen Wohnraum durch einen Neubau auf bereits vorhandenem Bauland oder eine Renovierung/Modernisierung eines Altbaus zu schaffen.

In einer Studie in einem Landkreis in der Umgebung wurden bis zum Jahr 2030 15% leer stehende Gebäude berechnet (Greiner A., Ökonsult GbR, 2012), deren Wiederbelegung Priorität haben muss, da ein Leerstand zu einer Verminderung der Attraktivität und der Lebensqualität im Stadtteil führt. Eine Ausweisung neuer Baugebiete dagegen konkurriert mit der Wiederbelegung von Leerstand und ist aufgrund einer Schaffung von Überkapazität nicht zielführend.

(Stand Februar 2013)

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